Bundesgesetzblatt Bundesgesetzblatt Teil II 1972 Nr. 62 vom 11.10.1972 - Komplette Ausgabe


Beispiel der normierten Darstellung als Auszug aus Netto- Ergebnissen Folgt man nun dem guten Rat als Laie doch einfach mal Wikipedia zu befragen sieht man das dort bestätigt: Ich würde Sie wählen wenn ich mich nicht selbst wählen "müsste".

Neueste Einträge


Erfassung der für die Brandausbreitung relevanten Merkmale bei bestehenden Lagern, Erfassung der Schutzeinrichtungen bei den Lagern, Bereitstellung von Daten zur Ouantifizierung von Abbrand- und Energiefreisetzungsraten bei den nachgestellten konkreten Brandsituationen, Bereitstellung von Daten zur Beschreibung der Brandwirkungen, Erprobung von Konzepten zur Begrenzung der Abbrandraten und Brandwirkungen durch gezielte Unterventilation.

Vordringlich sollen Antworten auf folgende ungeklärte Fragen gefunden werden, die in der Praxis Anlass zu heftigen Diskussionen der Fachleute geben: Gibt es typische Brandverläufe für die untersuchten Lageranordnungen und lassen sich diese anhand bestimmter Randbedingung klassifizieren?

Welche Parameter beeinflussen den Brandverlauf hauptsächlich? Gibt es Analogien im Abbrandverhalten im Vergleich mit anderen Stoffen bzw. Weiterhin soll festgestellt werden, wie typische Kombinationen und Anordnungen von Stoffen bei unterschiedlichen Arten der Brandbekämpfung reagieren. Folgende wesentliche Teilziele sind zu erreichen: Integraler Bestandteil eines solchen Konzepts ist der Einsatz von Brandsimulationsmodellen.

Hierbei werden unterschiedliche Modelltypen Zonen- und Feldmodelle parallel angewendet und hinsichtlich Aussagefähigkeit, Bedarf an Eingangsdaten, Praktikabilität und Anwendungsgrenzen verglichen und die Simulationsmodelle anhand der Versuchsergebnisse soweit als möglich validiert.

Im einzeln sind folgende Teilprobleme zu untersuchen: Verbesserung von analytischen Beschreibungsmodellen für die Brandausbreitungsphase anhand der Versuchsergebnisse und begleitender theoretischer Untersuchungen, Zusammenstellung der für die Modelle benötigten Eingangsdaten unter Verwendung der selbst erzielten bzw. Für den ersten Arbeitsschwerpunkt werden nochmals die verfügbaren Informationen zur Brandentstehung und Brandausbreitung bei gelagerten Stoffen in typischen Lagersituationen ausgewertet.

Dabei wird geprüft, welche Erkenntnisse bzw. Daten direkt verwendbar sind und bei welchen Stoffen ggf. Mit Hilfe von Kleinversuchen mit einzelnen Lagergebinden wird insbesondere das Verhalten in der Brandentstehungs- und Brandausbreitungsphase untersucht.

Statt dessen wird das Die vom Institut für Ökologische Chemie und Abfallanalytik verwendete Mikroverbrennungsapparatur und die durchgeführten Modifikationen weisen geringe Unterschiede zur modifizierten Verschwelungsapparatur des ibmb auf, so dass sich ein paralleler Betrieb der beiden Apparaturen unter Einsatz des GER als beschreibenden Parameter rechtfertigt. Die Bestimmung der Abbrandrate wird seitens des Institutes für Ökologische Chemie und Abfallanalytik als unproblematisch angesehen sie wird proportional zur C 2 -Entstehung angenommen.

Als Nachteil der Untersuchung in der Verschwelungsapparatur erweist sich die Abhängigkeit der Verbrennungseigenschaften von der Form der SubstanzeinbringunQ "Haufenform" und Entzündung.

Diese Tatsache in Verbindung mit den Beobachtungen und Ergebnisse der ersten Untersuchungen erfordern eine Anpassung des ursprünglichen Versuchskonzeptes.

Nunmehr werden Versuche in vier verschiedenen Prüfeinrichtungen durchgeführt, wobei nach Möglichkeit alle wesentlichen Randbedingungen für das Abbrandverhalten und die Schadstoffentstehung kontrolliert werden. Zu diesem Zweck müssen die Prüfeinrichtungen zum Teil ergänzt bzw. So wird das Gone-Calorimeter modifiziert, um auch Materialuntersuchungen mit reduzierter Ventilation zu ermöglichen. Im einzelnen werden folgende Arbeitsschritte von den Hauptbeteiligten des Teilprojektes I durchgeführt: Untersuchung typischer Lager- und Brandsituationen 2.

Kleinversuche mit Lagergebinden Room-Corner-Test 6. Auswertungen der Versuchsergebnisse 8. Den Abschluss bilden theoretisch-konzeptionelle Arbeiten zur Entwicklung von Löschstrategien bis hin zu entsprechenden Empfehlungen für die Einsatzpraxis der Feuerwehr. Löschversuche bei speziellen Fragestellungen 3.

Löschversuche mit unterschiedlichen Verfahren 4. Auswertung der Versuchsergebnisse 6. Erarbeitung von Klassifizierungskriterien und Löschstrategien für die Feuerwehr Einsatzpraxis.

Die relevanten Brandwirkungen wie Temperatur, Abbrandrate und Massenströme werden mit Hilfe unterschiedlicher Brandsimulationsmodelle bestimmt, wobei die Messdaten aus den durchgeführten Versuchen als Eingangsdaten aufbereitet werden.

Durch systematische Modellvergleiche wird die Umsetzung der verfügbaren Eingangsdaten in aussagefähige Rechenergebnisse überprüft und hieraus der Anwendungsbereich für die Modelle abgeleitet. Die Ergebnisse werden in einem "Leitfaden" für die Konzeption und Bewertung des Brandschutzes durch Betreiber, Gutachter, Feuerwehr und Aufsichtsbehörden zusammengefasst.

Der dritte Arbeitsschwerpunkt Teilprojekt umfasst daher folgende Arbeitsschritte: Anwendung der Brandsimulationsmodelle und Bereitstellung der Eingangsdaten 2. Modellvalidierung anhand von Brandversuchen 3. Vergleich unterschiedlicher Modelle hinsichtlich ihrer Aussagefähigkeit 4. Erprobung der entwickelten Methoden zur Brandstörfallanalyse anhand ausgewählter Beispiele von Chemikalien-Zwischenlagern 5. Dazu gehören die baulichen Gegebenheiten, die Erfassung der Brandlasten für einzelne Brandabschnitte sowie die Erstellung eines Brandszenarios.

Für besondere Nachweise von lokalen thermischen Brandwirkungen ist eine Berechnung auch über eine Berechnung der Temperaturen im Brandnahbereich möglich. Werden besondere Nachweise verlangt, so können Berechnungen mit Methoden durchgeführt werden, die integrale Bestandteile im Rahmen eines Fire Safety Engineering-Konzepts darstellen. Dabei handelt es Aus den Berechnungen ergeben sich Massenströme durch die am Bauwerk vorhandenen Ventilationsöffnungen, die bei bekannten Ventilationsverhältnissen und bekannter Abbrandrate mit den Ausbeuten aus den Teilprojekten I und II multipliziert werden können.

Es wäre durchaus möglich, dass sich bei der allgemeinen Betrachtung von Chemikalienlagern oder bei der Erhebung in anderen Regionen ein etwas anderes Bild ergeben könnte.

Die Fachhöhe beträgt ca. Dies ist meistens die Kommissionierebene. Die Abstände zwischen den Paletten innerhalb der Regalfächer betragen bei Benutzung von Europaletten Schmalseite zum Gang, 3 Paletten nebeneinander 1 cm. Wegen der schlechten Raumausnutzung werden in ein solches Regal i. Bei Blocklagerung werden alle Arten von Paletten genutzt. Die Brandgassen zwischen den Blöcken haben eine Breite von ca.. Meistens stehen nicht mehr als zwei Paletten übereinander, jedoch häufig auch noch zuzüglich einer dritten Palette in Form der Verbundstapelung 2 'h-fach.

Regallagerung im Lagerabschnitt VbF Abbildung 3. Regallagerung im Lagerabschnitt A Die Umverpackungen sind überwiegend aus 2-lagiger Weilpappe. Sie werden entweder separat oder im VbF-Bereich gelagert.

Im einzelnen ergeben sich beispielhaft nachfolgende Massenaufteilungen: Faltschachteln aus 2-lagiger Wellpappe für: Sie betragen zwischen 8 m 2 und 33 m 2. Die durchschnittliche Hallenhöhe liegt bei ca. Die Hallenaussenwände sind i. Die Trägerkonstruktionen bestehen aus Holzleimbindern, Stahlbetonträgern und reinen Stahlkonstruktionen mit und ohne F3-Anstrich.

Sektionaltere sind überwiegend stirnseitig vor den Regalgassen angeordnet, allerdings auch quer. Rauchschürzen kommen selten bis gar nicht vor. Die Brandmelder sind als Rauchmelder Durchlich-, Streulicht oder Ionisationsmelder und Flammenmelder ausgeführt und lösen die ggf. Eine Aufschaltung der Feuerwehr ist in jedem Fall vorhanden. Mit Unterstützung der Berater des FE-Vorhabens wurden die Untersuchungen bestehender Chemiekalienlager nach den Kriterien Lageranordnung, Verpackungsmaterialien, Bauweise, brandschutztechnische Ausstattung inzwischen erfolgreich abgeschlossen.

Bei den hier betrachteten kleineren Lagern ist dies dagegen nicht der Fall. Die Datenerhebung hat weiterhin gezeigt, dass bei der Nachrüstung von Löschanlagen oftmals C 2 - Anlagen Verwendung finden. Dies wird bei der Versuchsplanung für die Löschversuche berücksichtigt.

Generell wird der Einfluss der Auslösung von Löschanlagen auf die Energiefreisetzungsrate untersucht. Der Trend geht dabei zu kleineren Gebinden mit einer Kombination der Verpackung aus Kunststoff und Wellpappe, die auf Holzpaletten angeordnet werden.

Beispielhaft ist unten aufgeführt, welche unterschiedlichen Verpackungen zur Lagerung flüssiger und fester Chemikalien hier Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden: Von den 1 I Flaschen befinden sich jeweils 1 Stck. Die Gesamtmasse mit Inhalt beträgt 13,5 kg. Das Tara beträgt ca. Von diesen Umkartons befinden sich 72 Stck. Somit hätte eine "leere" Palette eine Masse von ca. Zehn 1 kg Faltschachteln befinden sich in einem Umkarton, 54 Umkartons auf einer Palette.

Pro Palette ergibt sich somit eine Masse von ca. Wegen des begrenzten Umfangs von experimentellen Untersuchungen erfolgt die Auswahl der Chemikalien nach den folgenden Kriterien: Weiterhin ergibt die Untersuchung, dass Art und Menge der eingelagerten Chemikalien zum einen saisonal sehr unterschiedlich ist, zum anderen sich danach richtet, für welche Stoffe ein Lagerplatz gesucht wird.

Im Ergebnis konnten wesentliche Daten nur geschätzt oder mussten angenommen werden. Geht man von einem gemischten brennbare und nichtbrennbare Produkte Lagerbestand aus, kann ein durchschnittlicher Heizwert von ca. Problematisch war es, die Dichten der flüssigen Produkte zu erhalten, da nicht für jeden Stoff entsprechende Angaben, z.

Aus diesem Grund können auch nur sehr eingeschränkt Aussagen zur Masse dieser Pflanzenschutzmittel gemacht werden. Hinsichtlich der Brennbarkeit ist festzustellen, dass die meisten PSM zumindest nicht unter die VbF fallen und schätzungsweise bestenfalls ein Drittel bis die Hälfte der Produkte als brennbar zu bezeichnen sind.

Auch dieses Ergebnis konnte in Ermangelung von Sicherheitsdatenblättern nur abgeschätzt werden. Die Masse der einzelnen Verpackungen Anm.: Häufig werden 4 x 5L-Kanister aus PE verwendet konnte nicht exakt ermittelt werden, da es gegenüber dem Lagerbetreiber nicht zumutbar gewesen wäre, Verpackungen zu öffnen. Zur Ermittlung der Produktmengen wurde davon ausgegangen, dass eine volle Palette durchschnittlich eine Masse von 1 kg hat. Bei der qualitativen und quantitativen Betrachtung der jeweiligen Brandfolgeprodukte muss daher besonders der Untersuchung der Parameterabhängigkeiten mehr Raum eingeräumt werden.

Dazu gehören nicht kontrollierbare Kondensationsverluste, schlechte Quantifizierbarkeit aufgrund hoher Abdampfraten schon vor Erreichen der maximalen Temperaturen besonders bei flüssigen Proben und das Fehlen von Informationen zum im Verbrennungsraum zur Verfügung stehenden Sauerstoff wegen der undefinierten Druckverhältnisse im Verbrennungsofen. Insgesamt ist die Apparatur schwierig zu handhaben, insbesondere lässt sie sich nur schlecht reinigen.

Vordringlich war daher die Entwicklung einer verbesserten Verbrennungsapparatur auf Basis eines klappbaren Rohrofens. Realisiert wird dieses günstige Verhalten über einen in einer Brennlinie des elliptisch geformten, goldverspiegelten Innenraums des Ofens angeordneten Hochleistungsquarzstrahler.

Durch dieses Rohr wurde im Fall unserer Experimente ein konstanter Volumenstrom von,5 ln min ' 1 geleitet, wobei der Sauerstoffgehalt der Verbrennungsluft durch das Zusammenführen zweier Gasströme aus synthetischer Luft und reinem N 2 eingestellt werden konnte. Zur Gewährleistung 1 ln: Norm Iiter, Volumen bezogen auf oc und Normaldruck Der Aufbau ist in Abbildung 4. Zu nennen ist hier besonders die drucklose Einstellung der Verbrennungsatmosphäre bzw.

Zuluftversorgung unabhängig vom durch die Sammelmedien aufgebauten Gegendruck. Eine Regelung sowohl des Zuluft- als auch des Abluftvolumenstroms des Trägergases über den Druck im Verbrennungsraum ermöglicht die exakte Einhaltung des Realflusses bei der Verbrennung. Im ersten Schritt wurden Versuche zum Studium der Parameterabhängigkeit mit der neu aufgebauten Apparatur durchgeführt.

Dabei wurde die Verbrennungstemperatur, die Probeneinwaage, der Trägergasfluss und der Sauerstoffgehalt im Trägergas variiert. Ergänzt wurden diese Materialien um einige typische, in Lageranordnungen und Umverpackungen verwendete Polymerwerkstoffe. Die ermittelten Ausbeuten setzen sich aus den Emissionsanteilen der verschiedenen brandbeteiligten Spezies zusammen.

Gerade im Kleinexperiment ergibt sich aber die Gelegenheit, mit vertretbarem Aufwand auch Einzeldaten relevanter Produktgruppen, wie zum Beispiel Verpackungen, zu gewinnen. Hierzu müssten im Bedarfsfall gesonderte Experimente durchgeführt werden. Wegen der besonderen Aufgabenstellung kamen nur strukturell ähnliche, möglichst einfache Verbindungen mit unterschiedlicher chemischer Einbindung des Stickstoffs im Molekül in Frage.

Berichtet wird im Folgenden exemplarisch über jeweils einen Vertreter aus den genannten Gruppen Tabelle 4. Da bei Bränden in Chemikalienlagern zusätzlich zu den Lagergütern auch weitere stickstofftragende Materialien beteiligt sein können, wurden die Untersuchungen auch auf die als Baustoffe anzutreffende Polymerwerkstofftypen wie Acrylnitrii-Butadien-StyroiCopoly- II den Experimenten wurden im vorliegenden Fall technische Produkte verwendet, dere!

Der Stickstoff der thermisch zersetzten Substanzen kann primär auch zu NH 3, NOx, N2 oder stlckstoffhaltlgen organischen Verbindungen umgesetzt werden. Bei der Variation des Zuluftvolumenstroms wurde jeweils ca. Der Ofen wurde mit einer Temperatur von 9 oc betrieben. Während bei niedrigem Zuluftvolumenstrom offenbar der zugeführte Sauerstoff für eine vollständige Verbrennung nicht ausreicht, erkennbar an der vermehrten Bildung von Kohlenmonoxid, führt bei hohem Zuluftvolumenstrom die aufgrund der Verdünnung reduzierte Substanzkonzentration in der Gasphase zu einer Verringerung der Ausbeuten Abbildung 4.

Aus diesem Verhalten resultiert für die Kohlendioxidausbeute ein Maximum bei einem Zuluftvolumenstrom von,49 I min ', für die Kohlenmon- Diese Einflussfaktoren führen bei allen unter diesem Aspekt untersuchten Substanzen zu ähnlichen Ergebnissen, wobei bei einigen Verbindungen mit Erreichen der jeweiligen Zündgrenze ein zusätzlicher Sprung in der ansonsten stetig verlaufenden funktionalen Abhängigkeit zu beobachten ist.

Der Zuluftvolumenstrom betrug jeweils,51 min- 1 Es ist zu erkennen, dass unter den genannten Randbedingungen erst ab einer Mindestmenge von 9 mg N-Ethylmorpholin eine vollständige Verbrennung möglich ist Abbildung 4. Bei geringerer Menge wird offenbar keine zündfähige Konzentration der Substanz im Rohr erreicht.

Trotz eines ausreichenden Sauerstoffangebots wird nur ein geringer Anteil des eingesetzten Materials mit dem Sauerstoff umgesetzt. Da die Kohlenmonoxidausbeute höher als die Kohlendioxdausbeute ist, muss man von einer unvollständigen Verbrennung ausgehen.

Zwangsläufig musste auch der Einfluss des Sauerstoffanteils in der Zuluft variiert werden. Bei diesen Untersuchungen wurde wiederum eine Ofentemperatur von 9 oc gewählt, die Substanzmenge betrug 9 mg, der Zuluftvolumenstrom,49 I min '.

Bei weiterer Verringerung des Sauerstoffangebots bleibt die Kohlenmonoxidausbeute fast konstant. Verständlicherweise können Kohlendioxid und Kohlenmonoxid nur dann entstehen, wenn auch Sauerstoff für die Oxidation des Kohlenstoffs vorhanden ist. Umgekehrt entsteht bei Abwesenheit von Sauerstoff Vol. Diese Korrelation wurde erst durch die oben angesprochenen Modifikationen der Mikroverbrennungsapparatur ermöglicht, welche die unterschiedlichen Restriktionen der verschiedenen Sammler und Analysegeräte regelungstechnisch kompensiert und damit Druckschwankungen im Verbrennungsraum vermeidet.

Das Ziel der im Folgenden ausgewerteten Versuche in der Mikroverbrennungsapparatur bestand darin, eine vermutete Korrelation zwischen HCN-Ausbeute und Ventilation Sauerstoffangebot aufzuzeigen sowie gegebenenfalls bestehende Temperaturabhängigkeiten darzustellen. N2 oder organischen Stickstoffhaitigen Verbindungen umgesetzt werden. Eine spontane Erklärung hierfür wurde nicht gefunden. Dieses wird mit einem oxidativen Bereich in Zusammenhang gebracht [].

Entgegen erster Erwartung wurden bei vollventilierten Bränden im allgemeinen höhere HCN Ausbeuten gemessen als unter pyrolytischen Bedingungen Abbildung 4. Bei diesem Effekt handelt es sich in erster Näherung um einen indirekten Temperatureinfluss.

Bei Bränden mit offener Flammenentwicklung entstehen lokal, d. Sowohl unter pyrolytischen Verhältnissen als auch im vollventilierten Brand traten deutlich geringere Ausbeuten auf.

Diese Beobachtung ist für eine Abschätzung des Gefährdungspotentials nicht unerheb- Keine wesentliche Abhängigkeit vom Sauerstoffanteil ist bei PU zu beobachten. Dieses steht allerdings im Widerspruch zu Ergebnissen aus []. Hier wurden bei 1 Vol. Es wird im Allgemeinen eine zunehmende HCN-Ausbeute mit steigendem Stickstoffgehalt festgestellt, wobei es jedoch deutliche Abweichungen von einer linearen Korrelation gibt, die eventuell auf Unterschiede in der chemischen Struktur der einzelnen Substanzen zurückgeführt werden können.

Dissertation TU Clausthal , [] V. Levin Fire and Materials 1 ,. Bei diesem Verfahren erzeugt ein kegelförmiger, elektrisch beheizter Strahler engl. Zur Einstellung wird die Strahlungsflussdichte mit einer wassergekühlten Schmidt-Boelter-Sonde gemessen. Ein zusätzlicher, periodisch erzeugter Zündfunke in unmittelbarer Nähe zur Probenaberfläche 1 mm Abstand dient zur Entzündung der infolge der Erwärmung und Zersetzung austretenden Pyrolyseprodukte Abbildung 5.

Nach der Entzündung verbrennen die Zersetzungsprodukte in einer Diffusionsflamme, die Höhen bis zu 4 cm erreichen kann. Daher ist dieser Aufbau aus Gründen der Arbeitssicherheit in einer von unten und oben belüfteten, mit Glastüren geschützten Kammer aufgestellt.

Oberhalb des in Abbildung 5. Ein horizontales Rauchgasrohr mit Gasentnahmesonde verbindet den Aufsatz mit einem Gebläse. Das Gebläse fördert die Rauchgase über ein vertikales Rohr mit Messsonden orifice-plate für die Massenstrombestimmung.

Das Gebläse wird mit Die aus dem vertikalen Rohr austretenden Gase werden in ein Absaugsystem mit Filteranlage übernommen. Diese Rauchgasführung ermöglicht die vollständige Absaugunt aller in der offenen Kammer entstehenden Rauchgase. Bei dieser Art der Zuluft- un j Rauchgasführung muss der Rauchgasvolumenstrom bestimmt werden. Für die vorherig Kalibrierung wird ein kleiner Gasbrenner benötigt, bei dessen Betrieb die Methangasmeng erfasst wird.

Für die Auswertung wird das Prinzip der Sauerstoffkalorimetrie [, , , ] angewandt, welches besagt, dass die bei der Verbrennung freigesetzte Energie Durch die Messung der Rauchgaszusammensetzung und Rauchgasmenge und des Probengewichtes kann daher der zeitliche Verlauf der Energiefreisetzungsrate Brandleistung , der Abbrandrate, der effektiven Verbrennungswärme, der Kohlendioxid- und der Kohlenmonoxidausbeute berechnet werden.

Rauchgaskanal mit Gasentnahmesonde u Will man das Abbrandverhalten bei Variation der Ventilationsbedingungen - gegeben durch Menge und Zusammensetzung Sauerstoffanteil der Zuluft - untersuchen, so muss der Versuchsaufbau grundsätzlich geändert werden. Vom Hersteller des Gone-Calorimeters wurde der in Abbildung 5.

Allerdings erfolgt dies im geschlossenen System bestehend aus Vormischkammer und Hauptkammer Volumen ca. Die Rauchgase strömen durch die Öffnung im Gone-Heizer aus und werden durch das beschriebene Abzugsystem des ursprünglichen Gone-Calorimeters aufgenommen.

Tatsächlich wird hier die in Abbildung 5. Die Vielfalt der Untersuchungsmöglichkeiten wird mit diesem Aufbau eingeschränkt, da der Gone-Heizer nicht schwenkbar ist und somit Proben nicht vertikal angeordnet werden können. Eine weitere Verbrennung, die nicht mit der kontrollierten Ventilation der Kammer zusammenhängt, kann erfolgen und wird über das Messsystem mit erfasst.

Somit ist das System tatsächlich nicht abgeschlossen und die Beurteilung der Brandeigenschaften muss nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit den eingestellten Zuluftbedingungen stehen.

Dies ist der Grund, warum das angebotene System nicht beschafft und statt dessen ein individueller Aufbau entworfen und erstellt wurde. Nachträglich haben sich die Befürchtungen auch bestätigt: Bei einem Forschungsvorhaben, das sich auch mit Bränden in Chemiekalienlägern beschäftigte, wurde ein vergleichbarer Aufbau eingesetzt ]. Auch das Abzugsystem wird im Gegensatz zum ursprünglichen oder zum angebotenen modifizierten Gone-Calorimeter nicht mehr benutzt.

Dafür ist auf der Oberseite der ansonsten geschlossenen Kammer ein Rohr mit zwei Blenden und den Entnahmesonde montiert. Die Analyse der Rauchgaszusammensetzung erfolgt mit der in Abbildung 5. Über einen elektronischen Massenstromregler wird Pressluft von unten in die Kammer eingeblasen. Damit die einströmende Luft nicht die Wiegeeinrichtung bzw. Gewichtsmessung stört, ist unterhalb der Plattform ein Prallblech in Abbildung 5. Die Rauchgase strömen durch das vertikale Rohr an den Entnahmesonden vorbei, treten aus und werden vom Absaugsystern übernommen.

Gasentnahmesonde und Blende mit Differenzdruckmessung, Temperaturmessung ca. An der Vorderseite ist eine zusätzliche Klappe 15 cm x 15 cm angebracht, durch die der Probenträger Pfanne mit der entsprechenden Materialprobe hineingebracht bzw.

Durch die beiden Fenster in der linken und rechten Seitenwand kann das Brandverhalten beobachtet werden. Zur Verwendung des Methanbrenners oder der Schmidt-Boelter-Sonde Einstellung der Strahlungsflussdichte muss lediglich die rechte Scheibe herausgenommen werden. Dann kann der Brenner bzw. Die elektrischen Zuleitungen für den Gone-Heizer Thermoelemente und Stromversorgung , für die Wiegeeinrichtung und die Zündelektroden Motorsteuerung und Hochspannungsversorgung werden durch die Rückwand geführt.

Zusätzlich wurde eine Anschluss für die Methanversorgung des Kalibrierbrenners montiert. Das Gesamtvolumen der Kammer beträgt ohne Einbauten ca. Fire Testing Technology, Abbildung 5. Eine eventuelle weitere Verbrennung nach Zusammentreffen mit Umgebungsluft kann auch hier auftreten, wird aber nicht in die Bewertung einbezogen, da die Probenentnahme vor dem Zusammentreffen erfolgt. Diese Form der Rauchgasführung und Gasanalyse stellt ein geschlossenes System dar.

Dadurch vereinfachen sich die Berechnungsverfahren der Sauerstoffkalorimetrie. Eine Kalibrierung des Abzugsystems mit einem Methanbrenner ist nicht notwendig, da die Kenntnis der Zuluftmenge und -Zusammensetzung für die sauerstoffkalorimetrische Auswertung ausreicht.

Trotzdem wurde die Funktionsweise des experimentellen Aufbaus und die Richtigkeit der Berechnungsformel überprüft, indem die über den Sauerstoffverbrauch berechnete Energiefreisetzungsrate mit der aus dem Methanmassenstrom bestimmten Brennerleistung verglichen wurde. Die festgestellten Abweichungen lagen lediglich im Bereich der Ungenauigkeit der eingesetzten Messgeräte.

Bei diesem Aufbau werden eingesetzt: Die Abfrage dr Messwerte erfolgt im Intervall von,5 s. Die Daten werden auf einem Personai-Computr gespeichert und mit einem handelsüblichen Tabellenkalkulationsprogramm bearbeitet. Di Auswertungsgrundlagen sind im Anhang dargestellt. Da im weiteren mit Flüssigkeiten oder schmelzer , den Feststoffen gearbeitet wurde, konnte auf die Vermessung der Strahlungsflussdichte bi vertikaler Anordnung verzichtet werden. Aus dieser Untersuchung resultierte die in Abbildung 5.

Für die weiteren Untersuchungen wurden die angegebenen Temperaturen für die jeweils ge. Die exemplarische Überprüfung vor einzelnen Versuchen im Verlauf der weiteren Untersuchungen ergab keine nennenswerte Verschiebung der Heizer-Temperaturen.

Entsprechena wurde auch beim Gone-Calorimeter Einbau der Plattform in der offenen Kammer vorgegangen. Somit hat die geschlossene Kammer keinen erkennbaren Einfluss auf die Beziehung zwischen Heizer-Temperatur und Strahlungsflussdichte auf der Probenoberfläche. Bei diesen Versuchen wurde zusätzlich an der oberen Blende im Rauchgasrohr der Differenzdruck und die Rauchgastemperatur erfasst. Normliter, Volumen bezogen auf "C und Normaldruck Hierbei wurde der Methanbrenner für ca.

Diese werden durch die Differenzdruckmessung in der turbulenten Strömung des Rauchgases hervorgerufen. Die über den Zuluftvolumenstrom berechnete Energiefreisetzungsrate zeigt eine sehr gute Übereinstimmung mit der Brennerleistung.

Dadurch ist nachgewiesen, dass zum einen alle Iuftvolumenstroms beschrieben werden kann. Tatsächlich ist die Systemansprechzeit aber auch über die Strömungsgeschwindigkeit von der Rauchgastemperatur und der Brennerleistung bzw. Daher wurde bei der Auswertung der Versuche eine Korrektur der Messwerte über die Systemansprachzeit nicht durchgeführt. Bei Vorversuchen mit dem Methanbrenner und höherer Brennerleistung 6 kw wurde eine starke Verformung der Kammeroberseite, des vertikalen Rohrs und des Verbindungsflansches beobachtet.

Das System wurde am Flansch undicht, Verbrennungsgase traten aus. Die Bedingungen für die Ermittlung der Energiefreisetzungsrate wurden somit nicht mehr eingehalten. Daher sollten nur Versuche in der Kammer durchgeführt werden, bei denen die Energiefreisetzungsrate auf kw begrenzt bleibt. Die Dicke der Füllung betrug somit ca.

Für die thermische Beaufschlagung wurden drei Niveaus für die Strahlungsflussdichte gewählt: Da es hierbei innerhalb von 3 Minuten nicht zur Entzündung kam, wurde im weiteren auf eine thermische Beaufschlagung mit weniger als 15 kw m 2 verzichtet. Als obere Grenze für die thermische Beaufschlagung wurde eine Strahlungsflussdichte von 4 kw m 2 gewählt, da mit Lupolen D Granulat bereits bei dieser Beaufschlagung eine Energiefreisetzungsrate von ca.

Für den Zuluftvolumenstrom wurden Einstellungen von 25 I min" 1 bis 4 I min" 1 gewählt, wobei die obere Grenze durch die Pressluftversorgung vorgegeben wurde.

Bei den Untersuchungen eines Materials in der Gone-Kammer wird bei gleicher Strahlungsflussdichte zwar zwischen den einzelnen Versuchen der Zuluftvolumenstrom variiert, nicht aber die Zusammensetzung der zuströmenden Luft.

Somit dürfte kein Einfluss des Zuluftvolumenstroms auf das Entzündungsverhalten eines Materials bemerkbar sein. Eine Analyse der für Lupolen Glysantin G48 ermittelten Zündzeitpunkte bestätigt diese Annahme. Andernfalls - der Zuluftvolumenstrom würde den Zündzeitpunkt beeinflussen - müsste die Zuluftführung in der Kammer überprüft werden. Anhand des Zusammenhangs zwischen Zündzeitpunkt und Strahlungsflussdichte kann eine kritische Wärmestromdichte bestimmt werden.

Die kritische Wärmestromdichte ist der untere Grenzwert, bei dem keine Entzündung mehr erfolgen kann, d. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Zusammenhang darzustellen: Dies führt zum Schluss, dass der Zündzeitpunkt proportional zum Kehrwert des Quadrats der Strahlungsflussdichte ist. Um diesen Zusammenhang zu bestätigen müsste sich bei einer grafischen Auftragung des Kehrwerts der Wurzel des Zündzeitpunktes über der Strahlungsflussdichte eine Gerade ergeben.

Unter diesen Bedingungen ist der Zündzeitpunkt proportional zum einfachen Kehrwert der Strahlungsflussdichte und die grafische Auftragung des Kehrwerts des Zündzeitpunktes über der Strahlungsflussdichte müsste die Gerade ergeben []. Die Prüfung beider Annahmen führt zu dem Schluss, dass sowohl bei Lupolen D Granulat als auch bei Glysantin G48 bezüglich der Entzündung thermisch dünnes Verhalten angenommen werden muss.

Durch die entsprechende Interpolation ergibt sich eine kritische Wärmestromdichte von 6,8 kw m 2 für Lupolen D Granulat bzw. Glysantin G48,7 "',6 EJ. Bei höherer Energiezufuhr wird verständlicherweise auch mehr Material umgewandelt und kann - bei ausreichender Sauerstoffzuführung - durch die Verbrennung Oxidation Energie freisetzen.

Die aus der Verbrennung zusätzlich zugeführte Energie kann die Abbrandrate eventuell noch etwas verstärken. Demzufolge beobachtet man bei hohen Strahlungsflussdichten auch höhere Energiefreisetzungsraten. Bei Lupolen D Granulat steigt die Energiefreisetzungsrate langsamer an. Dieses Material brennt aber bei vergleichbarer Masse erheblich länger. Bei einem Zuluftvolumenstrom von 2 I min ' wäre maximal eine relative Energiefreiset zungsrate von mehr als 1 kw m 2 bei stöchiometrischer Verbrennung möglich.

Demgegenüber beträgt die Grenze bei 1 I min" 1 Zuluftvomumenstrom nur noch etwa 5 53 kw m 2 Tabelle 5. Unter diesem Aspekt ist verständlich, dass bei 4 kw m 2 Strah lungsflussdichte die maximale relative Energiefreisetzungsrate von Lupolen D Granulat bei 1 I min ' Zuluftvolumenstrom um ca.

Es wird nicht mehr ausreichend Sauerstoff zugeführt Abbildung 5. Zusätzlich muss bemerkt werden, dass bei geringerer Strahlungsflussdichte 15, 25 kw m" 2 die relative Energiefreisetzungsrate von Glysantin Wird die Zuluftmenge noch einmal halbiert 5 I min- 1 reduziert sich auch die maximal mögliche relative Energiefreisetzungsrate a.

Bei einem Zuluftvolumenstrom von min ' wird nur bei einer thermischen Beaufschlagung mit 15 kw m 2 die Obergrenze der relativen Energiefreisetzungsra.

Jl 5 w 25 Strahlungsflussdichte: Bei Betrachtung der folgenden Abbildungen erkennt man, dass mit abnehmendem Zuluftvolumenstrom auch die relative Energiefreisetzungsra. Selbstverständlich kann bei niedrigen Zuluftraten die theoretisch mögliche relative Energiefreisetzungsrate nicht überschritten werden Tabelle 5.

Nur die maximale Energiefreisetzungsrate scheint mit zunehmendem Zuluftvolumenstrom geringfügig zu steigen.

Bei Glysantin G48 ist aber ein Einfluss der Zuluft auch bei einer höheren Beaufschlagung 4 kw m" 2 schon offensichtlich: Bei höherem Zuluftvolumenstrom steigt die relative Energiefreisetzungsrate schneller an und erreicht im Maximum auch einen höheren Wert Abbildung 5.

Betrachtet man das bei der Versuchsreihe gewählte mittlere Niveau der Strahlungsflussdichte von 25 kw m 2 so ist die Abhängigkeit des zeitlichen Verlaufs der mittleren Energiefreisetzungsrate vom Zuluftvolumenstrom bei Lupolen D Granulat eindeutig Bei kleineren Zuluftraten bricht der Anstieg früher ab und die maximale relative Energiefreisetzungsrate ist kleiner als bei höheren Zuluftvolumenströmen.

Bei gleicher thermischer Beaufschlagung ist dieser Effekt allerdings bei Glysantin G48 weniger auffällig Abbildung 5. Sicherlich befinden sich beide Materialien bei einem Zuluftvolumenstrom von 25 I min ' und 5 I min ', Lupolen D Granulat eventuell auch noch bei 1 I min 1, in einem ventilationsgesteuerten Brand.

Bei Lupolen D Granulat nimmt die maximale relative Energiefreisetzungsrate bei 15 kw m 2 und 25 kw m 2 mit zunehmendem Zuluftvolumenstrom auch im Bereich ausreichender Sauerstoffversorgung zu. Bei einer Strahlungsflussdichte von 4 kw m 2 ist Clagegen ab 15 I min 1 keine nennenswerte Steigerung der maximalen relativen Energiefreisatzungsrate mehr zu erkennen.

Bei Glysantin G48 wird diese "Stagnation" bereits bei einer thermischen Beaufschlagung mit 25 kw m 2 bei einer Zuluftmenge von 1 I min ' erreicht. Die maximale relative Energiefreisetzungsrate liegt bei geringen Zuluftvolumenströmen auf dieser Linie. Die mit11ere relative Energiefreisetzungsrate ragt bei kleinen Zuluftvolumenströmen allenfalls an diese Grenze heran. Durch diese Darstellung kann eindrucksvoll gezeigt werden, dass durch die Ventilation Zuluftmenge die Brandleistung begrenzt ist und die maximale Energiefreisetzungsrate mit einfachen Mit1eln aus dem Zuluftvolumenstrom oder Zuluftmassenstrom berechnet werden kann.

Die Ventilationsbedingungen werden besser durch das Verhältnis von angebotener zu. Der Nenner des ZLV bzw. Selbstverständlich wäre es möglich, für jeden Zeitpunkt im Verlauf der Verbrennung I des Versuchs ein "zeitlich aufgelöstes" Zuluftverhältnis anzugeben indem der aktuelle Zuluftvolumenstrom in Verhältnis zur Abbrandrate zusammen mit dem stoffspezifischen Zuluft.

Daher wird die allgemein übliche Bewertung des Abbrandverhalten auf Basis von Mittelwerten angewendet. Die mittlere relative Abbrandrate von Lupolen D Granulat steigt bei einem Zuluftverhältnis oberhalb 1,5 geringfügig an Abbildung 5.

Mit abnehmendem Zuluftverhältnis unterhalb des Wertes von 1,5 sinkt die mittlere relative Abbrandrate stark ab. Ein ähnliches Verhalten ist auch bei Glysantin G48 zu beobachten: Bei einer Strahlungsflussdichte von 15 kw m 2 und 25 kw m 2 sinkt die mittlere relative Abbrandrate bei einem Zuluftverhältnis unterhalb von 2 stark ab.

Bei einer Strahlungsflussdichte von 4 kw m 2 beeinflusst das Z: Dieser Unterschied im Verhalten von Glysantin G48 im Gegensatz zu Lupolen D Granulat kann erklärt werden, wenn man annimmt, dass Lupolen D Granulat erheblich mehr Energie aufnehmen muss, um in die Phase überführt zu werden, in der es mit dem Luftsauerstoff reagiert und verbrennt und ein erheblicher Teil dieser Energie durch die Verbrennung selbst und nicht durch die Strahlung des Gone-Heizers bereitgestellt wird.

Lupolen D Granulat: Wird mit 15 kw m 2 oder 25 kw m 2 Strahlungsflussdichte beaufschlagt, so ist die mittlere relative Energiefreisetzungsrate bei niedrigem Zuluftverhältnis bei Lupolen D Granulat kleiner als bei Glysantin G Bei Glysantin G48 stellt sich der Zusammenhang zwischen Verbrennungseffektivität und Zuluftverhältnis relativ einfach dar: Oberhalb eines Zuluftverhältnisses von ca.

Unterhalb des genannten Wertes von 1,5 verringert sich die Verbrennungseffektivität mit abnehmender Zuluftmenge erheblich. Ein Zusammenhang zwischen Strahlungsflussdichte und Verbrennungseffektivität ist für Glysantin G48 nicht eindeutig erkennbar. Bei den beiden anderen Niveaus der Strahlungsflussdichte 15 kw m 2, 25 kw m' 2 ist dagegen bemerkenswert, dass bei einem Zuluftverhältnis in der Nähe des Wertes 1 die Verbrennungseffektivität wieder ansteigt.

Üblicherweise wird die Ausbeute als Verhältnis der entstandenen Masse des jeweiligen Verbrennungsproduktes zur umgesetzten Brennstoffmasse angegeben. Die Kohlendioxidausbeute Abbildung 5. Glysantin G48 verhält sich bezüglich Variationen der Strahlungsflussdichte oder Zuluftmenge analog zur Verbrennungseffektivität Aufgrund des geringeren Kohlenstoffanteils ist die Kohlendioxidausbeute für Glysantin G48 insgesamt erheblich niedriger als bei Lupolen D Granulat.

Hier nicht dargestellt ist die vollständige Kohlenstoffbilanzierung, d. I j l ;JI' l "l Strahlungsflussdichte: Mit zunehmender Strahlungsflussdichte wird die Umsetzung des Kohlenstoffs besser, d. Ein vergleichbarer Effekt ist bei Glysantin G48 nicht nachweisbar. Betrachtet man wiederum die stöchiometrischen Verhältnisse, d. Gegenüber der Mikroverbrennungsapparatur bietet die Gone-Kammer folgende Vorteile: Durch die aufwendige Messtechnik kann eine Vielzahl von Brandeigenschaften ge messen bzw.

Damit sind die Verbrennungsrandbedin gungen bezüglich der Ventilation eindeutig bestimmt. Die thermische Beaufschlagung der Probenoberfläche ist durch die Strahlungsfluss dichte als Versuchsparameter eindeutig bestimmt und reproduzierbar. Aufgrund der Probenmenge erfolgt die Verbrennung über einen längeren Zeitraum, so dass die Anforderungen an die Genauigkeit und zeitlich Auflösung Ansprechzeit Die Verbrennung erfolgt auch im Bereich sehr geringer Zuluftmengen unter praxisgerechten Bedingungen mit einer Diffusionsflamme.

Allerdings muss auch ein wesentlicher Nachteil erwähnt werden: Ebenfalls kritisch ist zu betrachten, dass gerade bei Untersuchungen mit Luftmangel, wenn mit einer überdurchschnittlichen Entstehung von toxischen Verbrennungsprodukten zu rechnen ist, auch vermehrt Rauch bzw. Dieser Aufwand allein bei der Nachbereitung von einzelnen Versuchen führt zu hohen Kostensteigerungen.

Unabhängig von den Kosten konnten aus Gründen der Arbeitssicherheit und zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdungen in der dargestellten Untersuchungsreihe nicht mit Materialien gearbeitet werden, die toxische Bestandteile enthalten oder bei der Verbrennung stark gefährdende Produkte erzeugen. Folgende Abhängigkeit vom Material wurde bei den Untersuchungen festgestellt: Ebenso ist die Abhängigkeit von der Ventilation nicht so deutlich, abgesehen davon, dass unterhalb eines Zulufverhältnisses von 1,5 die effektive Verbrennungswärme und die Kohlendioxidausbeute stark abfallen.

Dagegen zeigen sich bei Lupolen D Granulat noch zusätzliche Strukturen im Verlauf dieser beiden Parameter, die mit dem zusätzlich Phasenübergang, dem Schmelzen, vor Beginn der Pyrolyse zusammenhängen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden untersuchten Materialien zeigt sich in der Kohlenmonoxidausbeute.

Journal of Fire and Flammability, Vol. Journal of Fire Sciences, Vol. Fires at chernical warehouses. An introduction to fire dynamics. Es ist weiterhin notwendig zu untersuchen, in welcher Form sich die Variation dieser Randbedingungen auf den natürlichen Brand unter realen Randbedingungen auswirken.

Daher ist es notwendig, mit den entsprechenden Materialien Brandversuche unter praxisgerechten Bedingungen durchzuführen. Um die Übertragbarkeit sicherzustellen ist es notwendig, die sich beim Naturbrand einstellenden Bedingungen zu erfassen, d. Dabei muss sichergestellt werden, dass das Abbrandverhalten mit vergleichbaren Materialparametern wie die Erfassung von Abbrandrate, der Energiefreisetzungsrate und der Entstehung von Kohlendioxid und Kohlenmonoxid bewertet wird.

Der Raum besitzt eine 2, m hohe und,8 m breite Ventilationsöffnung Tür. Durch die geöffnete Tür strömen die Rauchgase im oberen Bereich ab und die Zuluft gelangt durch den unteren Teil derselben Öffnung in den Brandraum. Über die Haube, den Haubenaufsatz und die horizontal verlegte Rohrleitung mit Cfer Im Abschnitt der Messstrecke befindet sich eine Sonde zur Geschwindigkeitsmessung Bidirectional Probe zusammen mit einem Mantelthermoelement Am gleichen Ort wird der Volumenstrom im Rauchgaskanal bestimmt.

Weiterhin ist im Rauchgaskanal ein Rohr mit Bohrungen auf der Leeseite zur Strömungsrichtung als Gasentnahmesonde in diesem Bereich angebracht. Über diese Gasentnahmesonde wird Rauchgas einer Gasanalysestrecke zugeführt. Da mit kleineren Brandlastmengen gearbeitet werden sollte, wurde eine Wiegeeinrichtung Messbereich - 18 kg in der Mitte des Brandraums aufgebaut, da die im Room-Corner-Test fest installierte Waage nicht die erforderlichen Messgenauigkeiten aufweist. Die Oberkante der Abbrandwaage befindet sich 41 mm über dem Brandraumboden.

Für Brandversuche mit flüssigen oder schmelzenden Materialien standen zwei quadratische, 21 cm hohe Stahlwannen zur Verfügung, deren Kantenlänge 7 cm kleinere,,5 m 2 Fläche bzw. Th 99 Th 32;.. JJ Th 92 ;. Dazu dienten vier vertikale Messbäume, die symmetrisch zur Brandlast im Brandraum aufgestellt wurden. Die Positionen der Temperaturmessstellen kann Abbildung 6. Die Thermoelemente der Positionen , und waren in Abständen von 2 cm angeordnet.

Die Abstände der Messstellen untereinander an der vertikalen Messkette vorne links Positionen betrug 1 cm. Die Thermoelemente der fünfte Messkette in der Mitte des Brandraumes über der Brandlast tragen die Bezeichnungen Positionen Hier waren die Temperaturmessstellen im Abstand von 2 cm angebracht. Die Drucksonden haben die Bezeichnung , 13, Die Differenzdruckaufnehmer sind so mit den Drucksonden verbunden, dass in den Raum einströmendes Gas einen positiven Druck, ausströmendes Gas einen negativen Staudruck erzeugt.

Bei M1 handelt es sich um eine m-pil. Die Sonde WS1 ist mit einem Infrarotfenster ausgestattet, so dass durch sie nur der radiative Anteil der Wärmestromdichte erfasst wird. Mit diesen beiden Sonden wird der auf die Vergleichselemente treffende Wärmestrom ermittelt. Mit Hilfe der Gasentnahmesonde GA 1 in der vorderen linken Brandraumecke unterhalb der Decke und den angeschlossenen Gasanalysatoren für Sauerstoff, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid konnte die Zusammensetzung der Rauchgasschicht bestimmt werden.

Die Zusammensetzung der Kaltgasschicht bzw. Die Abfrage der Messwerte erfolgt im Intervall von 1 s. Die Daten werden auf einem Personal-Computer gespeichert und mit einem handelsüblichen Tabellenkalkulationsprogramm bearbeitet. Die Auswertungsgrundlagen sind im Anhang dargestellt. G tws2 WG2 ': Gasanalyse I - ta I: Weiterhin wurde für die Kalibrierung c:: Die chemische Zusammensetzung des Holzes wurde entsprechend der üblichen Annahll"len festgesetzt.

Die Proportionalitätsfaktoren für die Sauerstoffkalorimetrie konnten für das Holz und das Hydrauliköl nicht berechnet werden. Daher wird bei diesen beiden Stoffen mit dem Satz der Standardparameter aus der gängigen Literatur [] gerechnet. Die Entzündung der Holzkrippen erfolgte mit Hilfe zweier mit lsopropanol gefüllter Schalen, die unter die Holzkrippen geschoben wurden. Dazu wurde die Tür ,8 m breit, 2 m hoch mit Mauersteinen zum Teil vom Boden des Brandraumes beginnend verschlossen.

Dies wird durch die Bildung der Ableitung zur Berechnung der Abbrandrate noch verstärkt. Deshalb werden hier drei verschiedene Methoden verglichen: Die arithmetische Mittelwertbildung erfolgt über den Zeitraum, in dem die Abbrandrate annähernd konstant. Durch Integration der gemessenen Energiefreisetzungsrate wird die freigesetzte Energie Q bestimmt.

Die mittlere effektive Verbrennungswärme ergibt sich als Quotient aus freigesetzter Energie Q und der bis zu diesem Zeitpunkt verbrannten Masse m des Brandgutes. Anders verhält es sich beim inhomogenen Brennstoff Holz. Hier liegen Methode 1 und Methode 2 relativ weit auseinander, Methode 3 liefert mittlere Werte Abbildung 6.

Dadurch kann der Einfluss dieses Parameters auf das Abbrandverhalten eindeutig bestimmt werden. Im vorliegenden Fall wurde die Untersuchung im Room-Corner-Test mit der Fragestellung durchgefüht, den Einfluss der Ventilationsrandbedingungen auf das Brandverhalten eines Materials zu ermitteln.

Die Bilder Abbildung 6. Dabei werden die Ergebnisse aus den drei Methoden, die im vorherigen Abschnitt beschrieben wurden, einander gegenübergestellt. Diese Wahl erscheint vertretbar, da sich nur bei der Auswertung der Versuche mit Holzkrippen nennenswerte Unterschiede in den Mittelwerten in Abhängigkeit von der lntervallfestlegung zeigten. Verbrennungseffektivität, Kohlendioxid- und Kohlen- Bei den Brandversuchen im Room-Gorner-Test kann eine externe thermische Beaufschlagung im Gegensatz zur Gone-Kammer nicht definiert und eingestellt werden.

Mit Hilfe der Vermessung der Strömung in der Türöffnung kann aber der Zuluftvolumenstrom bestimmt werden. Für die Bildung der Mittelwerte wurde jeweils eine Zeitspanne ausgewählt, während der die Abnahme der Brandlast-Restmasse relativ kontinuierlich verläuft. Der Massenstrom der in den Brandraum eintretenden Luft wird aus den in der Türöffnung gemessenen Druckdifferenzen berechnet. Zuerst wird für jeden Zeitschritt die Lage der Neutrale Ebene bestimmt.

Dabei muss die Form des Geschwindigkeitsprofils mit einem Einströmkoeffizienten bewertet werden. Da die Temperaturmessung im oberen Bereich der Tür zum einen durch die Strahlung aus dem Brandraum stark fehlerbeeinflusst, zum anderen die Angaben bzw.

Für den ventilationsgesteuerten Brand ist die Anwendung der Materialparameter aus Tabelle 6. Dadurch erhöht sich die rechnerische Energiefreisetzungsrate, die Kohlenmonoxidausbeute wird kleiner.

Dies führte dazu, dass die Gone-Kammer entwickelt und aufgebaut wurde. Fire Safety Journal 15 [] Parker, W. Fire induced flow through an opening. Combustion and Flame, 25 [ ] Sundström, B. Full scale tests, calibration of test room- part 1. Technical report SP-Rapp Im dritten Schritt wurden Versuche durchgeführt, bei denen die Verpackungsmaterialien mit ungefährlichen Ersatzstoffen für die Chemikalien gefüllt waren.

Die lichte Höhe des Brandraums beträgt 5,6 m bei einer quadratischen Grundfläche, Kantenlänge 3,6 m. Dieser Brandraum besitzt mit ca. Die Öffnung der Brandkammer ist 3,6 m hoch und,6 m breit. Durch die Öffnung austretende Rauchgase werden in einer Haube gesammelt und vom gleichen Rauchabzugssystem aufgenommen, wie beim Room-Corner-Test.

Die Messstrecke wurde lediglich um das Zwischenrohr mit den vorderen Leitblechen verkürzt, sodass die Messstrecke mit den Sonden näher an der Abzughaube liegt. Diese Abbrandwaage hat einen Messbereich von - 6 kg abzüglich des Gewichts der Bühne und der eventuell darauf aufgestellten Stahlwannen, in denen die Brandlast aufgebaut wird.

Über die Grundfläche sind vier vertikale Messketten mit Thermoelementen verteilt. Der Abstand der Thermoelemente vertikal untereinander ist konstant. Die Drucksonden sind so angeschlossen, dass der zuströmende Luftstrom in den Brandraum hinein einen positiven Staudruck an den Bidirectionals erzeugt. An der mit GA 1 bezeichneten Position befindet sich eine Entnahmesonde für Mit der angeschlossen Gasanlyse kann der Sauerstoff-, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid- und Stickoxidgehalt im Messgas festgestellt werden.

Weitere Angabe zur Messtechnik können Tabelle 7. Über die Haube, den Haubenaufsatz und die horizontal verlegte Rohrleitung mit der Messstrecke werden die Gase der Hauptleitung zur Rauchgasreinigung zugeführt. Im Abschnitt der Messstrecke befindet sich zum einen die Bidirectional Probe zusammen mit einem Mantelthermoelement zur Bestimmung der Strömungsgeschwindigkeit bzw.

Oie Auswertungsgrundlagen sind im Anhang A dargestellt. Stahlrahmen, der mit Gasbetonsteinen vor zu starker Erwärmung geschützt wird. Darunter stehen drei Wägezellen zur Messwertaufnahme 2 Stahlwannen mit einer Fläche von jeweils 1.

Bouf"l on cler Dskor-öff'nung Bre: Dabei muss bei der Lagerung zwischen Block- und Regallagerung unterschieden werden. Bei der Regallagerung ist zusätzlich eine Differenzierung bezüglich der benutzten Regalböden geschlossener Boden, Gitterrost zu treffen. Der "Pool" ist zwar keine praxisgerechte Lagerart, die Poolbrände mit Glysantin G48 oder Lupolen D Granulat mussten aber durchgeführt werden, damit eine Anbindung in die Skalierung an die im vorherigen Abschnitt beschriebenen Versuche im Room-Corner-Test erfolgen kann.

Ansonsten wurde der Stoff in die übliche Verpackung gefüllt: Lupolen D Granulat in die sog. Feststoffverpackung, Glysantin G48 in die Fluidverpackung. Lupolen D Granulat ca. Zehn dieser Kleinkartons sind in einem Karton 43 cm breit, 3 cm tief, 28 cm hoch aus Wellpappe als Feststoffverpackung zusammengefasst. Die Anzahl der Kartons pro Lage bei Blockanordnung bzw.

Kleinkartons ohne; Lupolen D Granulat verwendet. Die Versuche mit Lageranordnungen wurden jeweils mit einer offenen Dose Durchmesser ca. Die Dose wurde unter die linke untere Eck der Versuchsanordnung gestellt Abbildung 7. Bei allen Versuchen war die Ventilationsöffnung Brandraumtür vollständig geöffnet ,6 m 3,6 m. Bei den Versuchen 11, 26 und 27 musste wegen der starken Brandentwicklung di Brandraumtür zwischenzeitlich geschlossen werden. Deswegen liegen bei diesen drei Ver, suchen nur in der Anfangsphase Messdaten zur Energiefreisetzungsrate vor Abbildung ,..

Die in Abbildung 7. Die Abbrandrate bei den drei Versuchen zeigt den gleichen zeitlichen Verlauf wie die Energiefreisetzungsrate. Die Poolflächen von 1 m 2 und 4,5 m 2 konnten mit einer einzelnen Wanne realisiert werden, die sich in der hinteren Position auf der Wiegeeinrichtung befand vgl. Die Flüssigkeit in der vorderen Wanne konnte erst entzündet werden, nachdem der hintere Pool bereits 3 s brannte. Die verspätete Entzündung und die Trennung der Poolfläche könnten eventuell die geringere Steigerung in der Brandentwicklung gegenüber den beiden anderen Versuchen mit Glysantin GPools verursacht haben.

Für den späteren Vergleich wurden die drei Poolbrände mit Glysantin G48 und die beiden Versuche mit der Schüttung von Lupolen D Granulat in den beiden kleinen Wannen ,5 mz und 1 m 2 hinsichtlich der Materialparameter zur skalenübergreifenden Beschreibung des Brandverhaltens ausgewertet Tabelle 7. Die Poolbrände verlaufen in dieser Brandkammer stets unter brandlastgesteuerten Bedingungen ab, d.

Das Zuluftverhältnis verringert sich unwesentlich von 7,5 auf 5,7. Es ist demnach genügend Luft zur vollständigen Verbrennung vorhanden. Leider berichten uns für die ältesten Zeiten die Urkunden dar- über nichts; man darf es aber wohl nach dem Vorbilde anderer gleichartiger Stifter annehmen.

Diese Pflichten konnten auf die Dauer infolge des immer komplizierter werdenden Verwaltungs- organismus wohl nicht mehr auf den Schultern eines Mannes ruhen; es erfolgte Arbeitsteilung.

Hasche, Magazin der sächs. Geschichte, , und Journal für Sachsen 2, u. Streit dreier Vikare mit zwei Adligen.

Streit zwischen einem plebanus und dem Hospital in Freiberg. Der Propst entscheidet einen Streit zwischen einem Vikar und einem Adligen. Zwar scheint es anfangs nur zur Unterstützung des Propstes eingerichtet worden zu sein, um ihm einzelne Oeschäfte abzunehmen; allmählich bekam es immer mehr Rechte und Pflichten. In dieser nämlich fühlte sich Bischof Dietrich gezwungen, betreffe der Dekanatswürde schon bestehende Vorschriften zu erneuem und den Domherren ans Herz zu legen, weil seitens der letzten im Amte betindlichen Dekane eine Vernachlässigung ihrer Pflichten eingetreten war, ein Umstand, der natürlich auch schädlich auf das Hochstift und den Gottesdienst eingewirkt hatte.

Für die Zeit seiner Ab- wesenheit oder im Falle seines Todes war anfangs der Propst und bei dessen Verhinderung erst der senior capituli als be- rechtigter Vertreter des Dekans berufen, dessen Funktionen, besonders die Strafgewalt über die Kapitelmitglieder auszuüben. In Bezug auf die canonici integrati et emancipati durfte er sie in bestimmten Fällen quaestiones, adversitates et excessus im Einklang mit dem Kapitel toti capitulo et eius diffinitioni, determinationi et emendationi relinquo et committo zur Aus- übung bringen, betreffs der anderen Mitglieder des Hochstifts, wie vicarii, chorales, familiäres welche wohl die Dienerschaft bezeichneten u.

Erhoben sich nun zwischen ihm und diesen oder einem von ihnen Meinungsverschiedenheiten in betreff der quaestiones oder excessus oder sogar wegen der verhängten Strafe, so hatten sich beide Teile der Entscheidung des Stifts zu fügen. Nach freiem Ermessen jedoch konnte er jederzeit alle stiftischen An- gehörigen wegen Nachlässigkeit im Chordienst error et con- fusio bestrafen und durfte dabei keinerlei Rücksicht oder Pro- tektion walten lassen.

Unumschränkt war seine Vollmacht in betreff der Strafgewalt bei den säumigen Zahlern und Schulden- machern unter den Domherren. Im Weigerungsfalle oder infolge II. Denn schon seit Beginn des Desgleichen hatte er alle brieflichen Angelegenheiten litterae et epistolae desselben behufs Reinschrift ad concipiendum et scribendum einem zu übertragen, der vorher über den Inhalt des Schreibens Stillschweigen fidelitas et taciturnitas eidlich zu geloben hatte.

Kraft seines Amtes führte der Dekan auch ein eigenes Siegel. In den Eapitelsversammlungen scheint der Dekan infolge seiner die innere Verwaltung des Stifts be- treffenden Rechte ebenso wie anderwärts den Vorsitz geführt zu haben; das gleiche wird wohl auch der Fall bei den Bischöfe- wählen gewesen sein, die meist in der Allerheiligenkapelle statt- fanden. Über beides berichten uns die Quellen nichts.

Als Prälat hatte er ebenso wie der Propst nach erlangter Wahl einen Amtseid zu leisten, während die anderen dignitarii nur bei der Aufnahme ins Kapitel vereidigt wurden. Andreae erhalten, das dann aber U.

Es finden sich seitens des Dekans an Ausgaben zwei Schock, um der Jurisdiktion halber einen Offizial zu haiton. Der Dekan wird in beiden Urkunden überhaupt nicht erwähnt. So finden vsrir ihn u. Er war berechtigt, die Brot Verteilungen und Bezüge admini- strationes pauis, obventiones eines Kanonikers, der bei Vernach- lässigung seiner Pflichten zur Strafe eine Zeit lang dieser ver- lustig ging, zum allgemeinen Nutzen des Kapitels zu verwenden. Beide Ämter finden wir in vielen deutschen Domstiftern in einer Hand vereinigt z.

Denn während das ganze Mittelalter hindurch nur der Amtsname Kustos fast durchgängig üblich war, zeigt sich die Bezeichnung Thesaurarius eine Würde, deren Funktionen Hand in Hand mit denen des Kustos gingen nur bei einem einzigen Domherrn, Conradus de Boruz, der in den Jahren — bald als Kustos, bald als Thesaurarius des Stifts urkundlich auftritt.

Deutlich treten uns aus diesen die Obliegenheiten des Amtes entgegen. Vor allem war er der Verwalter des Kirchenschatzes und der Kirchengeräte. Nur an diesen Stellen wird das Amt so genannt. Auch die Kirchengeider wird er voraussichtlich in Verwahrung gehabt haben.

Zu seiner Hilfe in diesem umfangreichen Geschäftsbetriebe hatte er ver- schiedene Unterbeamte, so vor allem den Subkustos, die für ihn die Arbeit besorgten, während er infolge seiner hohen Stellung als Domherr nur die Oberleitung in Händen hatte. Niederebersbach bei Radeburg verbinden, weil der Kustos infolge der geringen tenues et exiles Einkünfte, welche öfters zur Bestreitung der durch die vielen Amtslasten bedingten Ausgaben für Wachs, öl, Fett u.

Es wollte sich sogar keiner mehr für dieses Amt finden, weil die oblationes aus den Dörfern wegen der Armut des Volkes nicht geliefert werden konnten. Die Einkünfte des Kustos rekrutierten sich wie bei den anderen Domherren aus den Erträgen seiner Präbende nebst den dazu gehörigen oblationes Hühner, Eier u. Archiv für sächsische Geschichte.

Sein Inhaber war mit einer der ersten Würdenträger des Kapitels. Blasii ein qoartale Wachs, dem Dekan ein talentum zu geben, am Feste des hlg. Donatus jedem vier, dem Dekan acht Hühner, desgl. An jährlichen Ausgaben für die Kustodie finden sich hier u. Müller, Die Anfänge des sächsischen Schulwesens. Neues Archiv für sächsische Geschichte 8, 7 u. So finden wir z. Er für seinen Teil behielt wohl nur die oberste Ijeitung und Aufsicht. Das ganze Mittelalter hindurch übte er die Disziplinargewalt über die Domschüler aus, unter denen besonders die pauperes scolares auch zu kirchlichen Verpflichtungen wieministrieren, Kerzen- und Weihrauchfassertragen und anderen Hilfeleistungen beim Gottesdienste oder bei den Prozessionen herangezogen wurden und dafür aus Stiftungen Geldspenden oder Naturalien als Entschädigung erhielten.

Hier sind streng zu scheiden die scolares von den chorales cf. Auch über die Bepfründung dieses Amtes wissen wir wenig.

Mitunter erhielt auch er in solcher Lage eine Extraremuneration. Im Jahre führt er auch den Titel Sangmeister. Diese hypodidascali dürfen ebenso wie der rector scolarium in den Eirchenbänken in scamnis chori sitzen, während es den Scholaren nicht gestattet war.

Rechnung der Procuratur Mich. Er darf daher zu den socii chori nur die nehmen, welche gut singen können. Nulla habet onera nisi, ut peragat officium suum in choro. Wir finden zwar einzelne Domherren als Pröpste von Würzen: Ihre Geistlichkeit bildete ebenfalls eine Korporation mit be- stimmten Ämtern. Georgii in Schylow, gewöhnlich zum Hayn genannt. Schmidt, Thesaaros juris ecclesiastici Mayer, Thesaurus novus juris ecclesiastici 1, Würzen war auch ein KoUegiatkapitel.

Neues Archiv für sächsische Geschichte, 11, 17 u. Magazin 36, u. Denn Bischof Withego I. Er übertrug die kirchliche Würde in Nisan mit der gesamten Jurisdiktion und allen Rechten, insbesondere mit dem Patronats- rechte über zwei Kirchen, dem bisherigen scholasticus des Kapitels, dem er die eine Hälfte der geteilten Pfründe gab, während die andere Hälfte ein Domherr zugleich mit der Würde H.

Et nulia habet onera. Programm der Annen - Realschule zu Dresden Berichte der deutschen Gesellschaft zu Leipzig zur Erforschung vaterländischer Sprache und Alter- tumskunde.

Zehn Jahre früher finden wir schon den Archidiakonus der Niederlausitz. Der archi- diaconus Lusatiae z. Er hatte deshalb auch die Gerichtsbarkeit über die kleineren Vergehen, die jeder Domherr ja selbst in den Ort- schaften seiner Präbende aburteilen konnte. Tittmann, Geschichte Heinrichs des Erlaachten. Lippert, Wettiner und Witteis- bacher, sowie die Niederlausitz im Denn wir finden z.

Aber auch die Einkünfte dieses Pfarrers waren gering; denn drei Jahre später verzichtete dieser wegen seiner Armut auf die Stelle, die ihm nicht gestattete, die Oebäude in baulichem Zustande zu erhalten und die Äcker und Weinberge gehörig zu bestellen. Wäre er, wie Loose aus II. Item in oblationibus capellae in monte apud oppidum. Hiernach hatte er den einzelnen Kanonikern die Getreidezinsen hiemalis bez.

Drängte er sich nun wieder in sein Amt, so wurde er ohne weiteres exkommuniziert undgingseinerPräbende und aller Kapitel- einkünfte verlustig, falls nicht binnen eines Monats die Exkommuni- kation von ihm genommen war. Der gleichen Strafe verfiel auch jeder Kanoniker, der einen solchen nachlässigen cellerarius zu verteidigen oder mit Eat und That zu unterstützen versuchte.

Nachlässigkeit zog die Strafe des Ausschlusses vom Kirchenbesuch suspensio ingressus ecclesiae nach sich. Infolge- dessen unterstanden ihm auch die Hörigen der Kirche servi ecclesiae als die Lieferanten der Naturalien. Wir ersehen dies Der IL 1. Die Imter der Vikare. Sie waren die berufenen Stellvertreter der zwei Prälaten im Chordienst, Neben diesen beiden schon des näheren geschilderten Geistlichen finden wir als weitere offizielle Hilfe- beamte von Domherren unter den Vikaren folgende: Über den Syndikus, der wahrscheinlich ein Vikar war, vergl.

Da erst H. Wie die angefahrten Quellenstellen zeigen, ist der snbciistos zuerst urkundlich bezeugt. Über seine Einkünfte sind wir nur sehr wenig orientiert. Daneben wird er auch noch die Präsenzgelder und die Bezüge seines Altars erhalten haben. Denn die Urkunde II. Jahr- hunderts die Punktionen dieses Amtes von einem Vikar aus- geübt worden sind, während für die Zeit vorher die Ansicht von Müller mir annehmbar erscheint.

Sicherlich lag, wie schon der Name seiner Würde besagt, die Unterweisung und Beaufsichtigung der Chor- schüler in seiner Hand. Auch er hatte neben dem Subkustos für Auf- bewahrung der kirchlichen Gewänder, die für die armen Scholaren U.

Hieronymus und der h. Katharina, für welche er bei Vakanz einen geeigneten Mann, der den Weihegrad eines sacerdos besitzt, dem Dekan zu präsentieren hat. Die Leitung des Schul- und Chorgesanges wird er wohl meist dem mit diesem Amt betrauten cantor und Domherrn ab- genommen haben.

Im Verein mit dem ociilus decani hatte er ferner laut Stiftung vom Ausgaben hat er für Essen und Zehrung seiner Ünterbeamten. Diese absentia durfte aber auch nur höchstens drei Monate dauern. Blieb der praedicator über diese Frist länger als sechs Tage aus, so wuixie seine Vikarie ohne weiteres einem andern sacerdos übergeben. In den Urkunden wird er nur selten erwähnt; u. Unsere Kenntnis über seine Einnahmen und Ausgaben beruht nur auf handschriftlichen Akten des Jahres Laurentii, welches unter Kontrolle des Kapitels stand und seit den zehnten Teil von allen beim Domstift geordneten Spenden bezog.

Nur einige Male be- gegnen wir diesem Beamten in den Urkunden. Wir können dies jedoch nur aus einem einzigen Falle schliefien, da der als Spittel- meister aufgeführte Nikolaus Raschkewitz und als Vikar erscheint.

Er besitzt femer einen Weinberg zu Zitzschewig. Im Laufe der Zeit aber scheint die Finanzverwaltung desHospitals an den Spittelmeister übergegangen zu sein. So finden wir einen vicarius perpetuus als Vorsteher des Almosens. Juni; vom Herausgeber des Codex dipl.

Juni irrtümlich ange- geben, da der Montag vor dem Tage St. Johannes des Täufers im Jahre auf den Er erhielt in Summa 1 Schock 58 Groschen zu Michaelis. Hier strenge Scheidung zwischen chorales und scolares. Domarchiv, Präsenz Verzeichnisse u. Die Angehörigen der einen chorus maior dienten als Kirchen- sänger, die der anderen chorus minor , deren Zahl zwischen 7 und 12 Mitgliedern schwankte, übten ihre Pflicht in der capella ducum aus. Unter den chorales scheinen einzelne an einigen kirchlichen Festen besonders herangezogen worden zu sein, denn wir finden im Rechnungsbuch des Domstifts vom Jahre J aufgeführt: Die Tage sind die 4 Quatember.

Et hi quidem eorum pensum usque in secundam aut tertiam noctis vigiliam producimt. Ootaviani, sie dicti, quia ab octava noctis hora inchoantes reliquum tempus ad intempestatem usque noctem psallendo continuabunt. Diese hatten als Vorsteher einen Vikar. Einer der Psalterleser ist wohl der Hedwig die Messe zu lesen. Hatte daher wohl einen höheren Weihegrad. Nach Du Gange, Glossarium mediae et infimae latinitatis Der oculus decani und succentor hatten für ihre Unterkunft zu sorgen, und zwar hatten sie zu Michaelis an je zwei chorales eine Matratze, ein Bett, zwei Lein- wandbezüge, ein Polster und zwei Kissen zu geben.

Die Empfänger hatten bei Beschädigung oder Verlust Ersatz zu leisten. Die Choralisten an der capella ducum waren den Schotten cf. Neuere Bestimmung von IL 3. Er war ferner be- rechtigt, die Ankommenden nach dem Grunde zu fragen; beim Gottesdienst z. Nur ein unbescholtenes Kapitelmitglied frater probabilis vitae durfte für dieses Amt gewählt werden. Die niedersten Beamten des Domstifts waren die ecclesiastici, unter denen wir folgende zu unterscheiden haben: Er war dem custos und subcustos untergeordnet H.

Summa censuum et frumenti 18 Schock 34 Groschen 9 Pfennig. Er bezog für seine Pflichten ut sollempniter pulset ein festes Gehalt in Geld und Getreide. Daneben erhielt er Präsenz- gelder, von jedem Kanoniker drei rheinische Gulden Aufnahme- gebühren, Geld für das Läuten der Schottenglocke und auch jährlich zu Michaelis Von diesem seinem Ein- kommen hatte er zwei Knechte famuli zu unterhalten und zu speisen, die keinen Gehalt bezogen, nur von jedem neu auf- genommenen Kanoniker zusammen Y2 rheinischen Gulden er- hielten.

Sie ''hatten die Pflicht, dem Glöckner hilfreich zur Hand zu gehen und zwischen Bartholomäi und Ostern die chorales zu wecken. Diese alle erhielten ihren Gehalt aus den Einkünften der zum Stift gehörenden neunzehn Klöster.

Kreuz , Mühlberg, Pegau, Petersberg bei Halle a. In Summa Schock 1 Groschen 6 Pfennig. Die Korporationsrechte des Domkapitels. Das war anfangs noch nicht der Fall, da zeigte sich zwischen Kapitelsgut und der mensa episcopalis noch keine Scheidung. Das Hochstift war somit vom Bischof in allen Punkten abhängig. Diese korporative Selbständigkeit des Dom- stifts und seine Emanzipation vom Bischof offenbarte sich in drei verschiedenen bedeutenden Rechten: Durch die allmähliche Erwerbung dieser drei Privilegien wurde das Domkapitel zum eigentlichen Rechtssubjekt und er- hielt den Charakter einer öffentlichen Korporation.

Jahrhunderts einen Unterschied zwischen den gewöhnlichen Kapitelversammlungen capitula und den Greneralkapiteln capitula generalia. Die Einrichtung der Generalkapitel war infolge der immer mehr zunehmenden Abwesenheit der Domherren getroffen worden. Petri et Pauli zu tagen hatte. September zu feiern pflegte. Da nun diese Versammlungen dazu dienten, um allgemeine und wichtige Kapitelsangelegen- heiten, z.

Senior genau bestimmten Stunde ante prandium bei Vermeidung von Strafe an dem Verhandlungsorte in loco capitulari pünktlich einfinden. Wurden die Sitzungen nach Ermessen der anwesenden Domherren fortgesetzt, so waren sie verpflichtet, vor oder nach dem prandium zu- sammenzukommen mit Ausnahme der kirchlichen Festtage, die natürlich den Lauf der Verhandlungen unterbrachen. In zweifelhaften Fällen ent- schied die discussio maioris partis de capitulo.

Eine Mhere Notiz über ihre Einrichtung besitzen wir leider nicht. Gewöhnlich wurde die achte Stunde als Beginn der Verhandlungen angesetzt; der Dekan resp. In gleicher Weise war er berechtigt, nach Gutdünken infolge eines Festes oder aus anderen Ursachen die Sitzung auf einen früheren oder späteren Tag anzuberaumen. Erschien einer der Stimmberechtigten später als eine halbe Stunde nach der bestimmten Zeit, so verfiel er der festgesetzten Strafe und wurde als nachlässig notiert.

War er jedoch infolge triftiger Gründe verhindert, rechtzeitig oder überhaupt zu er- scheinen, so hatte er bei Vermeidung von Bestrafung die Pflicht, es dem Dekan resp. Senior spätestens bis zum Ablauf der halben Stunde nach Beginn der Verhandlung anzuzeigen. Denn jeder Teilnehmer an den capitula hebdomadalia erhielt aus dem Stifts- vermögen zwei Groschen; bei den Generalkapiteln wurde jedem anwesenden Domherrn eine nicht genau angegebene halbe portio integra zuerkannt, und zwar bei dem Generalkapitel im Sommer auf Grund der üblichen Verteilung, bei dem im Herbste stattfindenden nach Ermessen des Verwalters der stiftischen Einkünfte.

Petri et Pauli in der Domkirche. Durchweg üblich ist es jedoch nach dieser Zeit noch nicht gewesen. Dies beweist uns u. Man kann somit in Rücksicht auf die Teil- nahme des Bischofs zwei Perioden von Kapitelver- sammlungen unterscheiden.

In der ersten Periode ist der Bischof immer namhaft gemacht. Zu ersteren können wir rechnen 1. Stiftungen für das Kapitel selbst. Streitigkeiten, Verfügungen über die Zinsbanern, In- korporationen u.

Jahrhundert ist somit die Zeit des Überganges. Die Verhand- lungen des Kapitels betrafen meist die oben genannten Punkte, ferner auch die Entscheidung über Streitigkeiten einzelner Mit- glieder des Kapitels untereinander. Dies ersehen wir auch aus der vorhin angeführten Entscheidung des Erzbischofs Burchard von Magdeburg aus dem Anfang des Seniors die Domherren zur Sitzung herbeiholen, desgl. Schon gegen Ende des Wenn dies auch nicht immer die Regel war und der Bischof zuweilen dazu noch seine Zustimmung gab, so beweist dies doch die immer mehr sich geltend machende Autonomie des Kapitels.

In diesen rechtsgültigen Verfügungen, von denen die älteste aus der Mitte des Darum finden wir auch meist in diesen Kapitelerlassen die stereotype Formel: Es kann somit von keinem unmittelbaren, unumschränkten Konsensrecht dieses Dem Kapitelsiegel begegnen wir zuerst an der Urkunde vom Zwei Arten dieses sigillum capituli waren im Gebrauch, das sigillum maius und das sigillum minus.

Ersteres, welches wohl in der Schatzkammer in fisco reclusum verwahrt wurde, diente zur Beglaubigung der Ur- kunden und wichtigen ex arduis causis Briefe, der letzteren aber nur dann, wenn es die major et sanier pars capituli für nötig erachtete. Senior in Verwahrung hatte, bediente man sich zur Be- glaubigung der Briefe litterae vel epistolae ex parte capituli scribendae et mittendae.

Das ältere spitzovale Siegel des Kapitels zeigt den h. Evangelisten Johannes dem ja bekanntlich das Stift ge- weiht war mit dem Heiligenschein, die rechte Hand erhoben, in der linken Hand ein offenes Buch haltend. Ein fünffacher romanischer Bogen, in der Mitte getragen von einer in die heraldische Linie endigenden und mit dem Lilien orn amen t versehenen Säule und durch Ein- schnitte in den inneren Siegelrand gestützt, schneidet oben ein Drittel des Siegelfeldes ab. Linken den Krummstab haltend.

Umschrift des ganzen Siegels: Donatus, oben und teilweise von dem Bogen verdeckt ist das Symbol des h. Johannes, der linksfiiegende Adler mit dem Heiligenscheine, angebracht. Die in deutscher Minuskelschrift angebrachte Um- schrift lautet: Dem Bischof als dem summus canonicus dioecesis Misnensis stand kraft seiner bischöflichen Jurisdiktion die höchste Gewalt über alle Kleriker seines Sprengeis zu. Auch Hanfschnüre cum filo canapls finden sich.

Die Strafen konnten in Geld- oder kirchlichen poenitentiae salutares Strafen be- stehen. Was nun von diesem für Recht befunden und verfügt würde, sollte von beiden Parteien unverbrüchlich inviolabiliter gehalten werden.

Die Jurisdiktion des Kapitels in seinem ihm unter- stellten Gebiete scheint aber nicht krimineller Art gewesen zu sein. Sehr wichtig ist vor allem die Strafgewalt des Kapitels über alle seine Mitglieder. Auch hierbei war der Dekan die Persönlichkeit, welche namens des Stifts die Strafen verhängte. Diese waren mannigfacher Art: Diese Strafe wurde vollstreckt, wenn ebi Kleriker resp. Diese Strafe erhielten diejenigen Kanoniker, welche trotz Verwarnung des Leiters der Kapitel- versammlung praesidens capituli einen andern Anwesenden weiter mit Scheltworten verba injuriosa aut convicia beleidigten, wegen Raufens, Stechens oder Unzucht anrüchig waren, die festgesetzten Zahlungstermine nicht einhielten oder nachlässig im Gottesdienst waren.

Die gleiche Strafe traf auch die Schuldenmacher im Kapitel, falls sie auf die Aufforderung des Dekans hin ihren Verbindlichkeiten nicht innerhalb vierzehn Tagen nachgekommen waren und ihre Schulden realiter et cum effectu bezahlt hatten.

Wirkte auch diese Strafe nicht, so traf ihn die Haft locus inter claustra , d. Diese Strafe betrug das Doppelte seiner ministratio. Die Geldstrafen verfielen der fabrica. Thaten sie es, so gingen sie der Hälfte ihrer Präsenzgelder verlustig und verloren sie ganz, wenn sie auch am folgenden Tage nicht rechtzeitig zum Beginne der h.

Krankheit oder genügende Gründe entschuldigten natürlich. Auch konnte diese Strafe angewendet werden bei Mitgliedern des Kapitels, die sich weigerten, eine ihnen vom Dekan angebotene portio anzunehmen. Sie wurden dadurch unfähig inhabilis , in der Folgezeit solche zu erlangen, falls es ihnen nicht gelang, infolge spezieller Gnade einzelner Stiftsmit- glieder Verzeihung für ihr Vergehen zu erhalten.

Denn sobald diese irgendwie nachlässig waren, verloren sie ohne weiteres Kanon ikat und Pfründe, und man übertrug diese, da man sie als erledigt ansah de jure et de facto vacans , ohne Wider- spruch dem nächstberechtigten Kanoniker. Die im Gröttesdienst säumigen oder ungehorsamen Vikare sollen vom Dekan bez. Strafte der Bischof aus eigener Initiative, was meist die Folge des mitunter herrschenden schlechten Verhältnisses zwischen Bischof und Kapitel war, so bediente er sich vor- nehmlich der Exkommunikation.

Die Vermögensverwaltung des Domkapitels. Wir finden es auch in der Folgezeit durch verschiedene Stiftungea bestätigt. Wir finden sie daher schon früh in eine Reihe von Einzelverwaltungen aufgelöst, von denen wir drei Gruppen unterscheiden können. Zu der ersten und zweiten Gruppe gehörte die allgemeine Verwaltung der Kapitelgüter und Einkünfte und ferner das Stifts- bauamt fabrica. Zur dritten Gruppe gehörten die kleineren Einzelverwaltungen der Obödienzen; sie standen unter der Leitung einzelner Kanoniker.

Die gesamte Wirtschaftsverfassung und die Ver- mögensverwaltung des Kapitels lag, wie schon erwähnt, in den Händen eines mit diesem Amt betrauten Domherrn, des cellerarius, dem wir bis nur sporadisch in den Urkunden begegnen. Dieses Amt scheint in der Folgezeit nicht mehr besetzt worden zu sein ; vermutlich hatte der Dekan die Oberaufsicht über diese Verwaltung gehabt. Als faktischer Leiter tritt uns vielmehr der procurator capituli auch Syndikus ge- nannt in den Urkunden entgegen.

Der procurator, der wohl anfangs eine Art domherrliche Hilfs- potestatem habeat diminuendi vel commutandi vel alienandi a communi fratrum utilitate , desgl. Ö in augmentum praebendae fratribus nostris Misn. Er hatte nämlich die Ein- künfte des Stifts zu erheben und zu verwalten. Auch er hatte wegen der Überwachung der Getreidelieferungen einen Diener zur Unterstützung, welchen er aus seinen Einkünften selbst zu besolden hatte.

Ferner erhielt er nach alter Gewohnheit von jedem neu aufgenommenen Kanoniker einen rheinischen Gulden. Der Vikarieen Präbenden Sie waren wohl die Beamten, deren Hauptaufgabe darin bestand, das Gut zu bewirtschaften, die Zinsen zu erheben und die Na- turallieferungen der stiftischen Censiten einzutreiben. Registrum proprietatum ecclesiae Misnensis , desgl. Diesem ähnlich ist wohl der II. Was in Zukunft aus dem unbebauten Lande herausgeschlagen würde, sollten die cultores huius novalis nach Erbrecht besitzen.

Sie werden dadurch von ihrer dauemden Dienstbarkeit befreit, bleiben aber zu gewissen Leistungen verpflichtet. Ab- gaben von Naturalien, Dienste bei der Ernte.

Ihr unterstand auch dieVer- vraltung und Instandhaltung der Schäfereien, der zur Fisch- zucht bestimmten Teiche und der vielen ertragsreichen Wein- berge. So hatte es Ein- z.

Über die verschiedenen Schenkungen und Erwerbungen von GiTindbesitz vergl. Jahrhunderts scheint aber mitunter eine Finanznotlage eingetreten zu sein. Weil nun aber die Präbenden auch so gering n. Infolge Vergleiches zwischen Kloster Altzella und dem Kapitel erhält letzteres 6 Mark jährlich vom bischöflichen Zoll in Mügeln.

Jahrhundert scheinen die Verroögensverhältnisse des Stifts nicht gerade in einer günstigen Verfassung gewesen zu sein. Hierdurch gewann er sich die Liebe des Kapitels, das stets treu zu ihm hielt. Neben der Centralgüterverwaltung des Domkapitels gab es ferner die Einzelverwaltungen über die Einkünfte der vierzehn Obödienzen, die meist aus Vorwerken oder kleinen Gütern bestanden.

Fegistrurn Praelaturaram, Praebendamm et Oboedientiaium ecclesiae Misnensis Die oboedientia dominicalis finden wir schon n. Der Name oboedientia dominicalis scheint von der vicaria dominicalis entlehnt zu sein, denn nach H. Doch wohl ein Weiberlehen. Schröder, Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte. Seite , fF. Inhaber der portiones maiores und portionarius Inhaber der portiones minores. Über den letzteren stand der senior.

Sie ergänzten sich durch Wahl der neu aufzunehmenden Inhaber optio. War einer von ihnen hierbei säumig, oder kam er seinen Verbindlichkeiten trotz Ermahnungen garnicht oder nur teilweise nach, so verlor er innerhalb eines Monats nach Ablauf des Termins seine portio ohne Hoffnung auf Wiedererlangung.

Dieses Amt lag in den Händen eines Domherrn, der es nur auf eine bestimmte, uns nicht angegebene Amtsdauer inne hatte. Sie gehörten mithin von alters her zur mensa communis pro pane et aliis necessarüs. Die ordinatio oboedientiarum ist daher keine creatio beneficiarum, sondern allein divisio proventuum. Es erhalten die Obödienzen folgende Vikarieen: Jahr- hunderts vollendet wurde. Die zwei Türme wurden am April durch Blitzschlag zerstört und sind bis heute ein Torso geblieben, deren Ausbau jetzt aber wieder in die Wege geleitet worden ist.

Vorher hat wahrscheinlich der Dekan mit die fabrica verwaltet, der ja später auch die Oberaufsicht hatte. Im Halberstädter Kapitel war es ähnlich. Daneben finden wir Einnahmen aus n. Da die gloriosa Misn. Pi-opst Dietrich von Bautzen vermacht der iabrica vier Mark Silber und sein liber matutinalis. Benno Orab, auf dem daneben befindlichen Altar vicariae assumptionis Mariae und in der fürstlichen Begräbniskapelle gefunden werden. Gegen Ende des So finden wir in den Rechnungs- haichern die verschiedentlichsten Eintragungen über ihre Aus- gaben, so für Reinigung des Domes und seiner Nebengebäude, für Beschaffung des Kirchenornates, für die Orgel, Glocken, Wachs, graue Tücher für arme Leute, Abgaben für Anniversare und einzelne Vikarieen, Remuneration für niedere Kapitel- n.

Das Kapitel hat das Recht, die Beichte der Stiftsangehörigen zu hören und sie zu absolvieren, kann ihnen auch poeni- tentiae seculares auferlegen, die der fabrica zufallen.

Einnahmen aus den Strafgeldern bei Vernachlässigung der Residenz, der rainistratio praesentiarum und dis- tributionum cotidianarum seitens der Kanoniker. Bei Aufnahme ins Kapitel haben, die Kanoniker am Tage der receptio 16, die emancipati am Tage der emancipatio 16 ungar. Gulden innerhalb drei Tagen zu bezahlen, sonst Verlust des Empfangsrechtes der Präsenzgelder und der occupatio fructuum.

Jeder neu präbendierte Kanoniker bezahlt 41 ungar. Die fabrica bezieht aus dem annus gratiae die fructus et expensa defuncti für ein halbes Jahr: Die Stellung des Domkapitels in der Diözese. Das Verhältnis des Kapitels zum Bischof. Mit- teilungen des kgl. Seite — Dasselbe siehe Bischof Rudolf H. Infolge der wachsenden Reichtümer und des immer mehr sich geltend machenden Aufschwunges des Domkapitels und seines Strebens nach Selbständigkeit erlangten die geistlichen Herren immer mehr Rechte; sie gewannen dem Bischof gegen- über eine mehr eigenmächtigere Stellung und erlaugten die Mitregierung in der Diözese.

Das Verhältnis zum Bischof lockerte sich dadurch erheblich. Text der dem Kurfürsten und dem Bischof zu leistenden Eide. Es handelte sich hier um die Aufnahme eines Magister Martinus, welchen der Bischof bevorzugte, den das Kapitel aber verworfen hatte.

Diese jedoch wurde gleich von Seiten des Bischofs in uneigennütziger Weise selbst ausgeglichen. Die Wahl des vom Stifte vorgeschlagenen Kandidaten ist von der Kurie wahrscheinlich für ungültig erklärt worden, denn dieser Johann von Jenczen- stein war unter Verletzung der Rechte des Kapitels durch päpstliche Provision zum Bischof erhoben worden.

Aus den Reihen der Kapitelhen-en war er nicht hervorgegangen. In der Folgezeit war dieser neue Titel durch- weg üblich. Als Böhme von Ge- burt hielt er sich meist in seinem Heimatslande auf oder resi- dierte auf seiner Feste Stolpen und stand zum Hochstift in keinen freundschaftlichen Beziehungen.

Sofort nach seinem erfolgten Tode beklagten sich beim Domkapitel seine Diener wegen rückständiger Löhne, und zahl- reiche Gläubiger meldeten ihre Forderungen an. Das Hochstift war aber als solches nicht imstande, diese alle zu befriedigen, da die Einkünfte der geistlichen Herren sehr gering waren und die stiftischen Einnahmen gerade zur Bestreitung der Kosten der verschiedenen gottesdienstlichen Funktionen ausreichten.

Seine Nachfolger Johann IV. Aus Prag vertrieben. In seinem Testament n. Dieser tüchtige Bischof war bekanntlich ebenso wie sein Bruder und Nachfolger im Bistum der Oheim Muttersbruder des am Juli in Freiberg hingerichteten Prinzenräubers Kunz von Kauffungen.

Dieser, mein Vorfahr, schrieb sich selbst mit ff, nicht mit einfachem f, wie es sich leider öfters fälschlich im Druck vorfindet. Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg. Ein Beitrag zur sächsischen Kirchen- und Landes- geschichte. Was die Rechte anlangt deren sich allmählich das Kapitel bemächtigte, das sich immer mehr vom Biscliof emanzipierte, so komme ich im folgenden Paragraphen darauf des näheren zu sprechen.

Erwähnen möchte ich hier nur folgendes: Von den Rechten, die dem Bischof zustanden, finden wir das jus primarium precum bis zum Im übrigen war er nicht be- fugt, Präbenden des Hochstifts zu vergeben, vielmehr war bei Verleihung von Kapitelstellen nur die Fürbitte gratia aus Khrerbietung ob reverentiam zu berücksichtigen. Hennig hin zum Bischof erhoben. Römische Quartalschrift für christliche Alteitunibkunde und für Eirchengesohichte. Sammlung ver- mischter Nachrichten zur sächsischen Geschichte.

Band 1 8. Eidesleistung juramentum oboedientiae manualis dem Domherrn zu präsentieren gehalten sei, in dessen Jurisdiktionsbezirk sich das zu vergebende beneficium befand. Als Leiter der Diözese behielt der Bischof von alters her natürlich das jus advocatiae, d. Dies that er auch H. Vor das bischöfliche Gericht ge- hörten die Verbrechen wie homicidium, furtum, incendium, rapina, stuprum.

Der gericht- liche Vertreter des Bischofs war der vicarius spiritualis officialis de justitia , z. Weil nach des Bischofs Meinung seine Vorgänger dieses Recht besessen hätten, nach des Stiftes Ansicht dieser aber immer nur auf eine beson- dere Einladung hin erschienen wäre, so sei das Kapitel berech- Das Kapitel sichert dem Bischof Johann I. In seinem Belieben stünde es auch, ob es den Bischof zulassen wolle oder nicht.

Die wichtigsten Rechte des Domkapitels dem Bischof gegenüber. Huius rei donationis testes sunt canonici Hierzu wurden nun meistens solche herangezogen, deren Zustimmung not- wendig oder wünschenswert war, was sich aus der häufigen Wiederkehr derselben Namen ofTenbart. Neben anderen, wie einzelnen Adligen, angesehenen Geistlichen des Bistums, bischöf- lichen Ministerialen, finden wir vor allem die Mitglieder des Domkapitels in den Zeugenreihen. Dies gelang ihnen auch. Ficker, Beiträge zur ürkundenlehre.

Durch dieses Consensrecht gewann es ein Übergewicht über den Klerus und wurde aus dem abhängigen bisciiöflichen Kol- legium zu einer ständischen, zustimmungsberechtigten Korpo- ration, die dem Bischof selbständig zur Seite stand.

De nostra voiuntate et consensu. Sie fanden wohl fast durchweg auf den Kapitelversammlungen statt, weil praepositus, B. Bischof Caspar verspricht, sine consensu et consilio expresso capituli keine liga seu confoederatio mit einem oder einigen, welchen Grades, Standes oder Vorzuges sie auch seien, zu machen. Ferner gelobt er, ohne ausdmcklicheii Kapitelconsens von seinen zur mensa episcopalis gehörenden Oütern keine alienatio, obligatio zu machen, ebenso keine Verpfändung der castra, oppida, villae, praedia.

Leider lassen uns auch hier die Ur- kunden über die Entwicklung dieser Rechte im Stich. Es ist leider das einzige Mal, wo dieses stiftische Recht in den Urkunden Erwähnung findet. Es hatte voraussichtlich somit die Oberaufsicht über die augen- blicklich bischofslose Diözese.

Amministratores in spirituaübus et tempora- libus episcopatus Miszeosis vacante sede. Nicht zu den Administratoren gehörte der zum Bischof erwählte olectus , aber nachher vom Papst nicht bestätigte Domherr Theodoricus de joch.

Auch in Hinsicht auf die Erwerbung des Wahlrechts, welches natürlich das Ansehen und die Macht des Kapitels in kirchlicher wie politischer Beziehung wesentlich erhöhte, er- fahren wir aus den Urkunden wenig.

Wir können, obwohl die erhaltenen Urkunden nichts darüber Mon. Bald darauf, am Sicherlich ist aber der zum Nachfolger des Bischofs Nikolaus I. Dilecti filii capituluni Misn.

Nos itaque, quia invenimus electionem praedictam de eadem persona tua f uisse canonice oelebratani approbamus et confirmamut ; desgl. Drei Vikare sind als Notare anwesend zwei bischöfliche und ein Kapitelvikar , desgl. Hierauf fragten die Skrutatoren secreto et sigillatim , und zwar gaben sie zuerst ihr Votum ab, dann die anderen Domherren. Die Stimmen wurden hierauf schriftlich aufgezeichnet und kollationiert und zwar nach Ab- wägung der ötimmenzahl, nach Eifer zelum und Verdienst.

Die maior et sanier pars capituli entschied. Die abgegebene Stimme des Gewählten galt nicht. War er in den legitimen Besitz des bischöflichen Stuhles ge- langt, so durfte er zur Bezahlung seiner gehabten Kosten de- bita et expensa das Kirchengut bona mobilia vel immobilia ecclesiae preciosa in keinerlei Weise angreifen noch schädigen oder verpfänden per pignora obligare.

Das Domkapitel und die DlSzese. Bis zum Beginn des Jahrhunderts IL 3. Seit lag sie aber dauernd in den Händen des Augustiner -Chorherrenstifts zu St. Afra, während das Hochstift sich nur auf die gottesdienstlichen Gebräuche in seiner Kathedrale beschränkte.

Das Archidiakonat der Oberlausitz verschwindet aber bald aus unserem Gesichts- kreis, da es dem Prager Erzbistum unterstellt wurde. Der Propst wird zuerst IL 1. Magazin 56, — Die Namen dieser Bezirke werden leider nicht angegeben. Auch Weite Gau und Archidiakonat Nisan. Meiner Meinung nach hat es nur diese vier Archidiakonate gegeben.